2. Teil …to Coober Pedy

26. Mar. 2008 um 15:10 Uhr

Fast schweren Herzens verliessen wir am Nachmittag unsere neu gewonnenen Freunde, um ueber den Oodnadatta Track unsere Reise nach Cooper Pedy fortzusetzen. Fantastische Landschaften, kaum beschreibbar! (Kuere meinte zwar, wenn man eine Stunde auf dem Beifahrersitz pennt, merkt man nicht, dass man 70 km weiter ist…ich aber konnte mich an jedem Steinchen ergoezen ;-) ). Unterwegs machten wir einen Abstecher zu den Mound Springs, extrem speziell  da fliesst doch tatsaechlich warmes Wasser oben aus den Huegeln! Zum Teil „blubbert“ es regelrecht aus Felsenbecken zutage, was im Umkreis von ein paar Metern zu einer ueppigen Vegetation fuehrt. Erklaerung fuer dieses Phaenomen: unter einem grossen Teil der „Desert“ liegt das Artesische Becken, ein Heisswasserpool von immensem Ausmass. In diversen Formen tritt es gebietsweise an die Oberflaeche oder wird angezapft als Wasserversorgung fuer Mensch und Tier  Wasser schmeckt fuer uns aber „komisch“… Auf dem Campsite in Coward Springs haette es sogar einen Hot SPA gehabt (natuerlicher warmwasser Whirlpool analog Mound Springs), wir liessen aber den Spass sein, da uns wieder mal 100′000 Fliegen im Nacken sassen… Weckdienst am naechsten Tag uebernahmen die Scharen von Kakadus… da kann ein Schweizer Wecker nicht konkurrieren. An alle Schweizer Voegel: ab ins Trainingslager, da konnt ihr noch was lernen! *totlach* Hellwach bemerkten wir sofort den naechsten Platten… wieder mal hinten links, also Radwechslen (koennen wir nun schon fast im Schlaf ;-) ). Wir beschlossen zu Pokern und nach Cooper Pedy weiterzufahren, wir hatten ja noch einen Joker: unser 2. Reserverad…auf solchen Tracks ein absolutes „muss“! ( Plan ging uebrigens auf *hihi*). Unterwegs statten wir dem legendaeren Williams Creek Roadhouse/ Pub einen Besuch ab und verewigten uns dort, das ist Pflicht. Von dort gings auf einer dirty Dirt Road nach Coober Pedy. War umwerfend schoen, Kuere hat keine Sekunde gepennt… real Desert, die Piste absolut krass und kurvig (Duenenumfahrungen oder Ueberquerungen), genau so wie auf den Bildern von Simpson Desert Durchquerungen..aber wir waren ja auch mitten drin. Erste Handlung in Cooper Pedy: Tanken (kennen wir ja schon) und Reifen flicken (kennen wir nun wirklich auch schon). Belastungsposten „Reifen flicken“ und „Diesel auffuellen“ halten sich nun schon beinahe die Waage in unserem Budget *grins*. Diesmal beschlossen wir aber nun, da dieser Schlauch bereits 3 Pflaesterli hatte, diesen nicht mehr flicken zu lassen, sondern durch einen neuen DICKEN ersetzen zu lassen.

Andamooka… unbelivable, we never forget it!

um 15:08 Uhr

In diesem Opal-Village wollten wir uns ueber den Opalabbau informieren und begaben uns deshalb ins Informationscenter. Der Poesteler-Miner-Infoman etc. meinte, ueber die Ostertage sei schlecht, dann machte er uns aber mit Juergen bekannt (Berliner, der den Winter hier verbringt und nach Opalen sucht). Juergen war dann bereit, uns am naechsten Tag mit auf sein Claim zu nehmen (plus minus 50 x 100m ;-) ), um zum letzten mal dort nach Opals zu buddeln. Bei Juergen zuhause wohnt fuer die naechste Zeit auch Uwe, der sonst in Queensland wohnt, frueher aber auch in Andamooke buddelte. Am Abend im Pub stellte Juergen uns dann noch Frank vor à 89 Jahre alt, ein Preusse, gewitzt und fuer sein Alter vollvital, Vollblut-Andamookaner. Nach unheimlich vielen interessanten Informationen (wie Opals entstehen, wo, was sie sind, was daraus gemacht werden koennte, die „Geschichte“ von Andamooka  etc.) legten wir uns um Mitternacht nach einem kleinen Imbiss à wir hatten das Znacht vergessen à ins Bett, den morgen um 8:30 Uhr war wieder Treffpunkt bei Juergen. Ubernachtet haben wir auf dem Parkplatz von Peter und Margot, dem eingangs erwaehnten Poesteler.
Puenktlich trafen wir am naechsten Morgen bei Juergen ein, es war aber nun nicht sicher, ob Pavel (oder Paul), der Baggerfahrer, nun heute wirklich in den Claim wollte…also Stippviste bei Pavel und nachfragen (Paul ist ein absolutes Scherzcake aus Tschechien, „Partner“ von Juergen, die Haelfte jedes Fundes aus dem Claim geht an ihn). Pavel liess sich ueberreden, trotz Oster-Besuch seiner Angehoerigen aus Adelaide. In der Grube trug dann Pavel mit dem Bagger eine letzte Schicht Gestein ab, um zum Opal-Level zu gelangen. Zwischendurch kontrollierten Juergen und Uwe, ob was kostbares zum Vorschein kommt. Die Ausbeute war dann ein Brocken mit einer rechten Opalader, Juergen hofft, dass das Ding etwa 6′000 AUD einbringt. Wir fuhren wieder zu Juergen, unterwegs trafen wir im Bottle Shop aber John ( Miner und Schleifer), der uns anbot, mit uns zum White Dam zu fahren, einer Untergrundmine. John lud lud uns nach dem informativen Tripp zu sich nachhause ein auf ein Bier, zeigte uns Videos und erzaehlte uns seine Lebensgeschichte (Serbe, als junger Bursche ausgewandert, erfolreicher Opaljaeger, dann schwerer Brandunfall, dann Frau und Kinder weg etc.). Dann zeigte er uns, wie die Opale geschliffen und gefinished werden, und er schenkte uns jede Menge Opals…einfach so…
Die naechste Nacht verbrachten wir auf dem „offiziellen“ Campingplatz. Der Besitzer, Arthur, weihte uns dort in die Geheimisse des „ruetelens“ ein.  Sogar Kuere, der das als Humbuk anschaute, fand mit den Ruten so einen Opal, den Arthur in die „Praerie „ warf… unbelivable!
Am naechsten Tag wollten wir nochmals mit Juergen und Uwe noodeln gehen (nicht was ihr denkt! Noodling ist ein Begriff der Aboriginals und bedeutet: in den Steinhaufen nach Opalen suchen à ist so aehnlich wie das mit dem blinden Huhn, das ein Koernchen findet *hihi)
Sowohl Juergen als auch Uwe hatten nach ein paar Minuten je eine „painted Lady“ (= Steinbrocken mit einer etwa 2mm dicken Opalschicht in den wunderschoensten Farben), beide fanden aber den zweiten Teil dazu nicht (waere wertvoll gewesen). Spaeter kam Pavel dazu, sah einen Brocken, sagte zu Kuere: „give me your hammer“, „braetschte“ eins auf den Stein, der brach in zwei Haelften und… ein unglaublich schoener Opal kam zum Vorschein… Wir selber fanden dann auch ein paar kleine Steinchen… nach Aussage unserer Freunde aber wertlos ;-) (Den Traum, unsere Ferien mit einem Megafund um ein paar Monate zu verlaengern, platzte also, *hihi*, aber à wir gehen ja noch nach Cooper Pedy…!)

…to Coober Pedy

um 15:06 Uhr

Viele Varianten hatten wir nicht, um nach Coober Pedy (das waere das Ziel nach der Desertquerung gewesen) zu gelangen à also Plan B: Birdsville Track und Oodnadatta Track.
Erstes Etappenziel: Mungerannie Roadhouse. Die Fahrt bis dahin war landschaftlich traumhaft schoen und der Pistenzustand desert-like… ;-) .
Obligater Tankstopp und Wagenkontrolle und Smalltalk im Roadhouse, warten bis die Sonne untergeht (Flies…), und am naechsten Morgen zeitig los, um vor der grossen Hitze (ist hier locker mal ueber 40°C!) moeglichst weit zu kommen. Aber vor der Abfahrt Schock: wir hatten nen Platten! Der Typ vom Roadhose (Allrounder: Tankwart, Wirt, Mechaniker, Sammler und Jaeger etc.) half uns aus der Patsche, trotz „Good Friday“!
(In Australien ist das einer der heiligsten Tage, es DARF nicht gearbeitet werden, gibt nur wenige Ausnahmen, eben z.B. Roadhouses in der Wueste.)
Nach etwa einer Stunde hatte unser Schlauch zwei Flicken drauf , und wir konnten nach Marree starten. War irgendwie unheimlich, wir sahen nur etwa 100m weit…alles andere verschwand in Dust (wie Nebel, ist aber aufgewirbelter Sandstaub, der etwa 2m hoch übers Land schleicht). Die Sehenswuerdigkeiten auf der Strecke orteten wir ueber den Kilometerstand… hat geklappt ;-) . Bei einem Rast dann die Bescherung: zischen aus dem rechten Hinterrad… not good! Und, der geflickte Reifen auf der anderen Seite, verlor ebenfalls Luft… Wer um himmelswillen hat diesen Tag Good Friday genannt???
Also, Werkzeug raus, Reserverad montieren und den andern nachpumpen und dann vorsichtig nach Marree troetschgelen.
Ein “kompetenter“ Garagier reparierte uns die zwei Reifen, das heisst, er klebte weitere Flicken auf den Schlauch… dabei fluchte er ueber die Scheissqualitaet unserer billigen Koreaner-Schlaeuche, diese seien hauchduenn und wenig strapazierfaehig à nicht fuer 4WD!!!
Am naechsten Tag fuhren wir nach Andamooka, mit gemischten Gefuehlen wegen den Korea-Dingern, nach wie vor nur Dirt Road… es kam was kommen musste à Rast à zisch à Radwechseln, diesmal vorne links (unglaublich, Good Friday war doch gestern!!! Kuere liebaeugelt uberigens nach so manchem Radwechsel mit einem neuen Job in einer Box bei Formel 1, mich wird er aber nicht als Boxenluder uberreden koennen *totlach*). Also auf nach Roxby Down, ist ja schliesslich eine Stadt, und da vermuteten wir, kann uns jemand das Teil locker flicken. Weit gefehlt: samstags macht man das hier nicht, ist Ostern und so ;-) .
Also fuhren wir weiter nach Andamooka, einem kleinen Opalminerkaff. Und siehe da, da wurden wir geholfen! Ein weiterer Flick landete auf unserem Koreaner-Schrott.
Die Fahrt dorthin war uebrigens genial, absolut malerisch und „Mad Max-maessig“.

…to Birdsville

um 15:04 Uhr

Tagesziel der ersten Etappe war Roma, unterwegs versuchten wir mehrfach, Futter fuer unser Znacht zu ergattern. Bis jetzt war das nie ein Problem, die Geschaefte hatten auf unserer bisherigen Reise am Sonntag immer offen…nicht so hier! (In Roma selber fanden wir aber dann doch noch ein Laedeli, dass sogar feine Rindsstaeaks verkaufte, unser „Happy Meal“ war gerettet, und Kuere gluecklich). Uebrigens fuehlte sich Kuere hier sehr wohl, die Gegend hier sah aus wie das grosse Moos bei uns im Seeland, nur viel groesser. Ist eh so, hier ist alles viiiel grösser… In Roma wurde vor 170 Jahren Gas gefunden  per Zufall, eigentlich hat man nur nach Wasser gesucht, und auch gefunden. Ein dummer Zufall wollte, das Feuer dazukam, und die ganze Anlage flog in die Luft… Das ganze wurde uns in einer fantasievollen Show beim „Big Rig“ erklaert… war amuesant ;-) Am naechsten Tag gings nach Charleville, kurze Etappe wir mussten aber noch Fressalien organisieren fuer die naechsten zwei Wochen in der Wueste, und diese dann in unserem Einfamilienhaus verstauen, so, dass man auch noch irgendwo schlafen kann. Eine Herausforderung, aber Organisation ist ja bekanntlich das halbe Leben. In Charleville wollten wir am Abend im Cosmos Center and Observatory mal durch die grossen Teleskope in den Nachthimmel gucken “for observe the deep craters from the moon, the coloured stars and a deep space viewing, over 15’000 light years away. Wurde leider nichts draus, der Himmel hing voller Wolken… schade, aber man kann nicht alles haben (warum eigentlich nicht??? *hihi* ). Nächste Station war Windorah, die zweite Haelfte der Strecke war nun wirklich Outback. Die Strasse nur noch einspurig, zum kreuzen musste nun immer ein Wagen in den Schotter ausweichen. War aber nicht weiter schlimm, auf den 240 km kreuzten wir gerade mal 3 Autos… In Windorah hats seit 7 Jahren nicht mehr geregnet…man nimmts hier easy, vielleicht regnets ja naechstes Jahr (Galgenhumor ist im Outback seeehr weit verbreitet). Hier hat mich aber dann auch fast der Schlag getroffen! Alle erzaehlen davon. Wir sind nun anderthalb Monate unterwegs, und ich dachte mir schon: ist eh nur ein joke, aber: es gibt sie  die gruenen Froesche in den WC-Schuesseln. Guenz erklaerte uns, dass man sehr schnell rausfindet, wo sich diese aufhalten. Man muesse nur warten, bis eine Frau aufs Klo geht, und wenn sie zwei Sekunden spaeter kreischend wieder rauskommt, dann sitzt so ein Frosch im Klo. Ich also rein, (meine Schlussfolgerung: hier hats seit 7 Jahren nicht geregnet, kein gutes Klima fuer Froesche), zuerst mal gestaunt, weil auf allen anderen Campingplatzen hatte es keine WC-Deckel  den Deckel aufgeklappt…und dann  gruener Flosch, der mich anglotzt  „iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh“ und spurt raus aus dem Showerblock. Kuere musste von da an in Windorah immer die Toilette checken, bevor ich mich reingetraute (war aber dann enttaeuschenderweise fuer Kuere nie mehr ein Frosch drin.) Hier hatten uns dann uebrigens auch die lieben Fliegen wieder eingeholt. Unglaublich, wie einem die Biester nerven können *hihi*. Wir holten freiwillig wieder die Tourinetze hervor… wer mags schon, wenn beim Apero mehr Fliegen als Salznuessli im Mund landen ;-) (Essen mit Netz auf dem Kopf ist aber auch nicht so einfach, also gabs nur eins, warten bis die Sonne untergegangen ist, dann verschwinden die Plaggeister bis zum Sonnenaufgang (sind aber dann sehr puenktlich wieder zurück!!!)… ach ja, nach Sonnenuntergang kommen dann die Muecken… aber wir haben ja Spray gekauft, und der muss auch mal zum Einsatz gelangen, also spruehten wir uns mit dem „Nervengas“ ein ;-) . Die naechste Etappe nach Birdsville war schon ziemlich ein Vorgeschmack auf „Desert“  Sandduenen, Buesche, Geroellfelder, sehr eindruecklich. Asphaltstrasse gibt’s hier nicht mehr. Entweder faehrt man auf Schotter, oder auf Sand, oder auf getrochnetem Lehm, zwischendurch sind dann Bulldust-Loecher auf der Piste. Autofahren ist sehr spannend: man muss so ca 80 km/h fahren, dann schuettelt es nicht so krass wegen dem Wellblech (sind Auswaschungen auf der Piste im Abstand von ca 20cm, etwa 10 cm tief), aber dabei muss man ein wachsames Auge auf die staubgefuellten Loecher (Bulldust) haben, den darin „schwimmt“ das Auto dann natuerlich bei dem Tempo. Recht frueh waren wir in Birdsville, dem Ausgangspunkt fuer unseren geplanten Wuestentripp. Obligte erste Handlung an jedem neuen Breakpoint unserer Reise: Auto tanken, Scheiben waschen und kurz checken (Reifen Oel und so) und dann den obligaten Smalltalk mit dem Tankstellenwart/in. Ueberall wird man gefragt: woher kommt ihr? wohin geht ihr? woher seid ihr?… selten kommt man unter einer halben Stunde wieder weg ;-) (uns wunderts nicht, Entfernung bis zur naechsten Siedlung ist oft mehrere 100km!) DANN DIE ERNUECHTERUNG! Die Hollaenderin an der Tankstelle hier war entsetzt, als wir ihr von unserem Vorhaben „Frenchline“ erzahlten. Dieses Jahr hat noch kein Auto diese Strecke geschafft, weder west-ostwaerts noch umgekehrt. Vor drei Tagen seien drei Toefffahrer angekommen, aber die waeren auf dem letzten Zacken durchgekommen (mehr als 50°C, und auch mit dem Motorrad kaum bezwingbare Duenen, meistens kaum erkennbarer Pfad). Sie riet uns, den Ranger aufzusuchen, der koenne uns weiter Infos geben. Beim Ranger dann weitere Badnews: er selber versuchte ueber die „Big Red“ (erste markante und sehr hohe Duene) etwa 150 km enfernt zum Poeppel Corner zu gelangen…auch er als erfahrener „Wuestenhund“ hat dabei seinen Wagen zweimal kopfvoran „in den Sand gesetzt“. Seine Begleiter konnten ihn wieder rauswinden. Er erklaerte uns: no way! AUS DER TRAUM! Er troestete uns aber mit dem Tipp, zur Big Red zu fahren (nur rauf und auf derselben Seite wieder runter!), das sei gefahrenlos moeglich, und dort sollen wir have a beer (or two). Taten wir dann auch, und sahen dann selber: no way out! Die Duenenrueckseite war 2m hoch praktisch senkrecht, und unser Auto kann wahrscheinlich keine Purzelbaume… *hihi* Nach einem Film- und Fotoshooting fuhren wir zurueck, um „neue Plaene zu schmieden.

Bis und mit Gold Coast

13. Mar. 2008 um 19:49 Uhr

Die Fahrt auf dem Pacific HWY nordwärts war wenig spektakulaer. Willkommene Abwechslung bot aber die fast 100km lange Baustelle entlang des HWY, welche als „Upgrade HighWaY“ ausgeschildert war. Hunderte, nein tausende von Arbeitern waren auf dem ganzen Streckenabschnitt in Bauetappen am worken: Baeume ausreissen, Felsbrocken haekseln, planieren und bereits Belag einbauen. Wenn die so weitermachen kann die Strasse naechste Saison bereits befahren werden. Sollten da unsere Schweizer Strassenbauer mal vorbeischauen?!? ;-)
Auf der Strecke wurden wir auch immer wieder mit schrillen Kuriositaeten ueberrascht: Glace-ladeli „z’mitts ir Praerie“ mit lebensgrosser Marylin Monroe Figur vor dem Eingang, die Big Banana in Coffs Harbour, die Riesegarnele von Ballina, Indischer Tempel Raj Mahal mit Elefantenstatuen in Woolgoolga und in Maclean die 200 Strommasten im Schottenkaro der verschiedenen Clans und 2-sprachigen Strassenschildern (englisch und gaelisch). -> alles zu bewundern im Fotoalbum. J
Vom Klischee der Hippie-Stadt Byron Bay war tagsueber nicht gerade viel zu merken, am Abend jedoch trafen wir auf der Gasse doch noch einige Ueberbleibsel an, die jedoch meist in einem mitleiderregenden Zustand waren. *hihi* Das Kaeffli an und fuer sich ist sehr gemuetlich und angenehm, die Straende wunderbar, mit den mannshohen Wellen ein Paradies fuer Surfer.
Auf der Weiterfahrt ueberschritten wir in Tweed Heads bereits die vierte Staatsgrenze und landeten nun in Queensland und naeherten uns somit wieder eine Stunde der Schweizerzeit (jetzt nur noch +9).
Die legendaere Gold Coast lag nun vor uns! Wunderbare Straende soweit das Auge reicht, ein „Dorf“ reiht sich uebergangslos ans andere, alle wollen hier was vom grossen Kuchen haben. Dann der erste Blick auf Surfers Paradise -> eine Skyline, die sich gewaschen hat! ;-) Die Hochhaeuser werfen schon um 16:00Uhr ihre Schatten auf den Strand… coole Planung! Wirkt aber trotzdem sympatisch, die Queenslaender kennen das Wort Stress nicht. Nach einer ausgedehnten Shopping-Tour goennten wir uns ein Bad im 24°C warmen Whirlpool-Pacific (bi denä Wäuä muesch de d’Badhosä häbe). So, nun ist BBQ angesagt, heute gibt’s „Laemmle“.

Blue Mountains

10. Mar. 2008 um 18:52 Uhr

Ueberraschenderweise fuehrte und die Strecke in die  Blue Mountains nicht durch die Valleys, sondern ueber den Bergruecken, und so waren wir sehr schnall auf 1000m/Meer. Soweit das Auge reicht -> Eukalyptusbaeume -> betoerender Duft stieg in unsere Nasen, wir fuehlten uns fast so „high“ wie die Koalas. *hihi*
Geplant war eine Uebernachtung Katoomba, doch der Campingplatz war bereits voll -> an diesem Wochenende wurde ein 40km–Lauf in den B.M. abgehalten. Doch 2 Doerfer weiter fanden wir noch einen Stellplatz; Blackheath war eh der bessere Ausgangspunkt fuer einen Bushwalk, im Dorf selber sind zwei beruehmte Aussichtspunkte, was wollen wir mehr? Doch als wir beim Lookout Govetts Leap Falls waren, konnten wir kaum mehr was erkennen, stockdicker Nebel zog aus den Taelern die Klippen rauf. Kurz darauf fings an zu troepfeln, es entwickelte sich dann sogar ein Mega-Gewitter, dass sich ueber mehrere Stunden ueber uns entlud (Kuere Stellte am naechsten Morgen fest, dass unser Fahrzeug direkt neben einem Hochspannungsmasten mit Trafo steht…).
Am naechsten Tag besserte sich das Wetter, wir entschieden uns fuer eine Wanderroute namens „Grand Canyon“. Zuerst fuehrte uns eine recht abenteuerliche Route ca. 500 Hoehenmeter tiefer ins „Grosse Valey“, danach durch den Canyon an zum Teil senkrechten Felswaenden entlang, um dann am Schluss die 500 Hoehenmeter  wieder zum Ausgangspunkt raufzukraxeln. Wir waren sehr stolz darauf, dass wir Oldies diese Route in 3 Stunden geschafft haben (deklariert war sie als 3.5 – 4 Stunden). J
An einem Infopoint hoerte ich jemanden von den 3 Brothers sprechen -> da musste ich hin, Kuere liess sich ueberreden. Ausgeruestet mit einer von Hand gezeichneten Karte machten wir uns auf die Suche nach diesen drei Bruedern, und wir haben sie gefunden -> 3 Felsbrocken, in Reih und Glied, fast so wie die 3 Sisters, nur im „Bonsaiformat“. STRIKE! Die wenigsten Touristen bekommen diese zu Gesicht, wir trafen auf 1 1/2 Stunden keine Menschenseele.
Nach einem Fruehstueck bei 6°C (!) starteten wir am naechsten Tag bei schoenstem Wetter zu den beruechtigten 3 Sisters, die drei Damen standen aber mit den Fuessen nach im Nebel. Busse voller ruecksichtsloser Schlitzaugen wurden zum Aussichtspunkt „Echopoint“ gekarrt, schlussendlich schafften wir es aber auch noch ein paar Bildchen zu knipsen. Eine Fahrt mit Skywalk, Cableway etc. schenkten wir uns dann aber, da sich der Nabel nicht so schnell zu verfluechtigen schien, und die ganze „Show“ erst noch am „Hoger“ nebenan ablief, und wir keinen Ober-Mega-Zoom-Fotoapparat dabeihaben ;-) . Fuer die Rueckfahrt an die Kueste liess sich dann Frau „TomTom“ (= unser GPS) etwas unkonventionelles einfallen -> schnellster Weg = 3. Klass-Straesschen -> wir fuhren eine Passstrasse, da kann die Tremola also einpacken! Unzaehlige Haarnadelkurven mit jeweils gut 15% Steigung, so eng dass auch ein PW beide Spuren nutzen musste… Great! Im „Unterland“ wars dann wieder herrlich warm, so um die 26°C, um 11 Uhr abends auch immer noch ueber 20°C -> dasch ä läbe! (so gefaellts Mutti J).

5./6. Maerz 2008

07. Mar. 2008 um 19:51 Uhr

In zwei Tagesetappen  machten wir uns auf den Weg Richtung Blue Mountains/Sydney. Die erste Nacht verbrachten wir in Lakes Entrance -> ein praechtiger Sandduenenstreifen trennt hier das Meer und den See, zum Baden ist es aber zu kalt und viel zu windig (zum Glueck, Schreiberin entdeckte naemlich am Strand ein Schild, das vor Wasserschlangen warnt… UUUAAAh! ;-) ). Von der Landschaft her wuerden wir meinen, dass kein grosser Unterschied zum Berner Jura feststellbar ist, ausser dass die Anbauflaechen x-mal groesser sind, und was unsere Augen nun schon fast seit 1 Monat nicht mehr gewohnt sind: Gras ist hier gruen!
Den 2. Break legten wir bei endlich wieder mal anstaendigem Wetter (22°C) in Batehaven ein. Hier hatte es unglaublich viele Voegel, die einander ueberboten mit ihrem Gekreische. Wir mussten jedenfalls in der Tat unsere Unterhaltung bedeutend lauter fuehren als normal.
Am naechsten Morgen trennten sich dann unsere Wege fuer einen Monat. Guenz reiste Richtung Sydney, hat auf dem letzten Zacken noch ein Hotelzimmer in Sydney gefunden. Er versucht nun, in Etappen bis nach Cairns zu fahren, was aber sehr wetterabhaengig ist. Bis vor einer Woche waren jene Streckenabschnitte jedenfalls nicht passierbar. Danach wird er ueber Mt. Isa nach Alice Springs reisen, dort treffen wir uns wieder, um den letzten Monat Down Under in Angriff zu nehmen.

Melbourne

04. Mar. 2008 um 8:24 Uhr

Diese Stadt erkundigten wir mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln. Ein altes Traemmli umrundet gratis, extra fuer die Touristen das Stadtzentrum und fuehrte uns zu den Highlights dieser imposanten Stadt. Verblueffend schnell fanden wir uns in dieser 2 Millionen Stadt zurecht, da sie Schachbrettartig gebaut ist. Fasziniert waren wir dann aber, als wir auf dem 258m hohen Melbourne Observation Deck – RIALTO einen 360°Panorama-Ausblick auf die Stadt hatten. Die Liftfahrt in den 77. Stock dauerte knappe 40Sek.! Die Aussicht von oben war schlichtweg spektakulaer. Abgerundet haben wir diesen Tag mit einer ausgiebigen Shopping-Tour in der Bourke-Mall. Schnaeppchenjaeger sind hier aber an der falschen Adresse. 

Am naechsten Morgen war ein Besuch des Queen Victoria Maket angesagt. Ueber 600 Aussteller preisen hier ihre Waren an. Motto dieses Marktes: gibt’s nicht, gibt’s nicht! Vom Zahnbuerstli ueber Souveniers, Gemuese, Fleisch und Fisch war alles zu haben, und das erst noch unglaublich „cheap“. „Best Price“ wurde uns an jeder Ecke in die Ohren geschriehen. Nachdem wir für unsere Sightseeing-Tour uber 30°C hatten, war es heute „nur noch“ 22°C. Nach wie vor kommt abwechslungsweise jedes Kleidungsstueck aus unserem Rucksack zum Zuge. ;-)

28. Februar – 02. Maerz 2008

02. Mar. 2008 um 21:23 Uhr

Die Strecke Adelaide -> Mt. Gambier sah auf der Karte seeehr vielversprechend aus, war aber letztendlich eher „boooooring“. Zudem blies ein boeiger Wind unser „USO“ (diesen Spitznamen gaben wir unserem Goeppel bereits beim 2. tanken und bedeutet: Unbekanntes Sauf Objekt ;-) ) auf der Fahrbahn hin und her. Aus den geplanten 4.5 Std. wurden dann 6 Std.; reichte aber trotzdem, um die Kraterseen von Mt.Gambier noch bei Tageslicht zu sehen. Der groesste Namens Blue Lake macht seinem Namen alle Ehre, unglaublich saphirblaues Wasser, am tiefsten Punkt immerhin 200m tief, ein gigantisches Reservoir fuer die sonst nicht gerade Wasserverwoehnten Suedaustralier (South Australia = trockenster Staat auf trockenstem Kontinent, extrem viele Wasserrestriktionen, groestenteils ist hier wirklich alles „chruesch-duerr“). Auch die naechste Etappe bis zum Ausganspunkt der Great Ocean Road war nicht extrem berauschend -> wir merkten, dass wir boring (=langweilig) nun in verschiedene Stufen einteilen muessen. *hihi* Die knappen 300km bis Port Campell spulten wir nun im Staat Victoria ab (Tempolimite 100km/h!). Immense Flaechen Waelder, Gemuesebau, Weinbau, millions of Kuehen in allen Variationen und noch mehr Schafe (die man dann wiederum im Nullarbor quasi als Konserven auf den Road Trains wiedersieht…*oooohh*). Nach einer weiteren „arschkalten“ Nacht (Autorin dieses Berichts trug mittlerweilen fast die Haelte der mitgebrachten Kleider am Leibe ;-) ) suchten wir der Reihe nach die Highlights der Great Ocean Road auf. London Bridge: fiel im 1990 zusammen, mittlerweilen steht nur noch der 2. Bogen im Meer. Zwei Touristen standen damals auf dem 2. Brueckenbogen, als der erste ins Meer stuerzte…sie wurden nach ein paar Stunden gerettet. Grotto: Durch Naturgewalten (konstant heranrollende Wellen und Oberflaechenwasser in Form von Regen) wird der weiche Stein, sogenannter Limestone in unglaublichen Variationen bearbeitet. Hier zum Beispiel in Form einer malerischen Hoehle mit Aus- bzw. Durchblick aufs tosende Meer. (Weder Guenz noch Kuere konnten sich fuer meine Idee begeistern, oben auf dem Touriparkplatz ein Grotte zu bauen und dort dann Polenta und Risotto zu verkaufen…) The Arch: Eine weiter spezielle Felsenbruecke, die im Meer trohnt, majestaetisch und bizarr, beautiful. Loch Ard Gorge: Hier zerschellte 1876 ein Dreimaster,die zwei einzigen Ueberlebenden wurden durch einen Felsdurchgang in eine malerische Bucht gespuelt. Hier war ebenfalls noch ein „Blowhole“ zu bestaunen, doch wegen der starken „Bise“, die immer noch herrschte, war davon kaum was zu spueren. 12 Apostels: Entgegen den anderen Lookouts wimmelte es hier nur so von Touristen. Die 12 Apostel sind auf einem 12 km langen Kuestenstreifen verteilt, an besagtem Lookout sind jedoch sechs auf einen Schlag ersichtlich.Vor ein paar Jahren waren es noch sieben, einer ist zusammengebrochen, also waeren es gemaess Schulbuch nun nur noch elf, aber wen kuemmerts? ;-) Der Rest der Great Ocean Road glich dann eher einem Ausflug in die Schweizer Alpen, eine Kurve folgte der anderen, Hoegerli uf, Hoegerli ab. Wir vermuteten, dass sich hier ein Nullarbor (das sind die vorher beschriebenen 146, 6 km schnurgerade Strasse) – Gegner verwirklicht hat… Nun ist Sonntag, wir fruehstueckten bei ca 8°C, es gab ausnahmsweise Honigbroetchen fuer alle (ist an normalen Wochntagen das privileg der Honigprinzessin ;-) ). Momentan geniessen wir bei herrlichen 28°C in Melbourne die Sonne und wollen dann im Staetdchen irgendwo eine Maffiatorte essen gehen. Gleich vor unserem Campingplatz ist eine Busstation  wir koennen die Autos also stehen lassen und alle mal zuenftig eins kippen *hihi*.