Wieder zuhause

11. May. 2008 um 20:17 Uhr

Die drei Monate sind „wie im Flug“ vergangen, wobei dieser Ausspruch fuer uns nun aber eine neu Bedeutung bekommen hat: der Flug von Sydney nach Mauritius dauerte unendlich lange…! Um 04:00 Uhr war tagwach, ein Taxi fuehrte uns zum Flughafen, und mit der ueblichen Maritius Air-Verspaetung flogen wir fuer einen Zwischenstopp nach Melbourne, und von da weiter nach Mauritius. Die Zeit in Flic-en-Flac (Mauritius) verbrachten wir hauptsaechlich am Strand. Faulenzen, mal ein bisschen im Doerfli flanieren gehen, im 28°C warmen Meer plantschen, um die Riffs rumschnorcheln, interessante kreolische Gerichte mampfen, mauritianisches Bier degustieren, die zwei Tage waren im Nu vorueber, und schon hiess es wieder um 04:00 Uhr aufstehen und zum Flughafen fahren. Der Flug nachhause war zwar lang, aber wir hatten Glueck, denn diesmal hatten wir einen moderneren Flieger, der auch aktuelle Kinofilme anbot. Also glotzen wir stundenlang auf den Minibildschirm und kennen nun sowohl „die Loeffelliste“ als auch „Book of Secrets“ und sind nun auch sattelfest in den Games, die per Touchscreen gespielt werden koennen. Da das Wetter optimal mitspielte, hatten wir an unseren Fensterplätzen auch freie Sicht nach unten und konnten uns Afrika schon mal von oben ansehen… der Nil, der sich durch die Wueste schlaengelt sah faszinierend aus. 

Nun sind wir wieder zuhause, und wir muessen gestehen, es ist wunderbar, wieder daheim zu sein. Wir haben extrem viel gesehen und erlebt, haben auch viel gelernt. Eins wissen wir aber sicher, um nichts auf der Welt moechten wir unser Zuhause anderswo haben als in der Schweiz. 

DOCH: unsere naechste Reise kommt bestimmt! Wann wie und wohin steht noch in den Sternen, aber gewisse Visionen schwirren bereits in unseren Koepfen rum… *hihi* 

Sydney

05. May. 2008 um 8:33 Uhr

Sydney: eine Stadt, aber wie alles in Australien –> halt ein bisschen groesser. Mit 12′000 km ist sie gut zweimal so gross wie der Kanton Bern… unmoeglich, das alles in 7 Tagen zu sehen, deshalb betrieben wir hier Rosinenpickerei.
Als erstes fuhren wir mit dem Lift 250m hoch zur Aussichtsplattfform auf den City Tower um uns mal einen Ueberblick zu verschaffen. Ueberwaeltigend! Soweit das Auge reicht: Stadt. Jede Menge Wasser, viel Grün, viele Wolkenkratzer, viele Menschen…einfach „wow“!
Da wir unser Autos ja nun nicht mehr hatten, gabs viele Kilometer zu Fuss abzuspulen. Sydney hat zwar ein recht gutes Netz an oeffentlichen Verkerhrsmitteln, aber bei Weitem nicht flaechendeckend. Ist ja auch nicht moeglich bei den Dimensionen. Und nach sovielen Kilometern im Auto taten uns ein paar Kilometer zu Fuss auch wieder mal nicht schlecht ;-) . Unser Appartement liegt ziemlich zentral, an der Oxford Street 2. In ca. 10 Minuten sind wir im Stadtzentrum, zur Opera brauchen wir nur etwa 15 Minuten à ein idealer Ausgangspunkt fuer unsere Entdeckungstouren.

Mit der Faehre fuhren wir zum Manly Beach, vom Schiff aus hatten wir eine erste herrliche Sicht auf die zwei Wahrzeichen der Stadt à Opera und Harbour Bridge, daneben die Hochhausburg. Umwerfend. Manly liegt auf einer schmalen Halbinsel mit einem Strand in der Hafenbucht, zu Fuss gelangt man in 2 Minuten auf die andere Inselseite und steht dann vor einem traumhaften Strand am Südpazifik. Leider war es nur knapp 20°C, das Meer bloss noch 18°C, also wurde nichts aus baedele ;-) . Die vielen Surfer hielten aber die Temperaturen nicht vom Wellenreiten ab.

Naechstes Highlight war dann die Harbour Bridge. Auf dem Weg dorthin kamen wir durchs Quartier „the Rocks“. Dieser Stadtteil, ehemals Slums von Sydney, wurde in den 80er Jahren saniert und präsentiert sich nun als Altstadtviertel mit schmalen Straesschen und Haeusern im Kolonialstil, alten Pubs und haufenweise kleinen Laedeli. Ueber 200 Treppenstufen erreichten wir den Pylon Lookout auf der Harbour Bridge und hatten einen  wunderbaren Blick auf die Opera.

Souvenirs und Gifts? Da gibt’s eine Topp-Adresse: Paddys Market –> da mussten wir hin. Und in der Tat, an x-hundert Staenden verkaufen hier fast ausschliesslich Asiaten alles, was das Herz begehrt. Wir legten uns eine zusaetzliche Reisetasche zu, damit wir unsere Beute nachhause nehmen koennen *hihi*
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Ein weiteres MUST DO in Sydney: Aquarium. Drei Ozeanarien sind im Hafen festgemacht: eins mit Haien, Rochen und groesseren Fischen, die anderen mit Meeresbewohnern von Sydney Harbour und Robben. Die transparenten Unterwassertunnel sind ein echtes Erlebnis.

Die Fahrt zum Aquarium bestritten wir uebrigens mit dem Monorail: Dieses Baehnli faehrt ca 6m ueber dem Boden auf nur einer Schiene einen Rundkurs in der Innercity. Mit AUD 4.20 zwar nicht ganz billig, aber man sieht die Highlights aus einer anderen Perspektive. War so lustig, dass wir gleich zwei Runden drehten (wenn man nicht aussteigt, kann man fuer den Preis stundenlang fahren *hihi*).

OPERA: faszinierend, interessant, imposant…und typisch australisch. Bei einer Fuehrung (AUD 35/P!!) erfuhren wir Details zum Prachtsbau:
·          Architekt war der Daene Jorn Utzon (er warf aber vor Beendigung des Baus den Krempel hin, ging zurueck nach Danemark und ist seither nie mehr nach Sydney gekommen…)
·          Baubeginn war 1959, im 1973 war das Haeusle dann fertig à nachdem das Fundament angelegt war, merkte man, dass es gar nicht so einfach ist, die Muschelform zu konstruieren, und man studierte und studierte, wie man das nun bauen koennte…eben Australien…;-)
·          Geplante Kosten des Baus: 7 Millionen, effektive Kosten: 105 Millionen (Mehrkosten zum Teil durch eine Lotterie gedeckt ) ;-)
·          das eigenwillige Dach ist bis zu 67m hoch und von 1.056.000 weißen Keramikfliesen bedeckt
Uebrigens sieht das Building auch in der Nacht umwerfend aus (Thess hat fast nen ganzen Akku verfoetelet…). Bester Standort fuer Purlizer-Preis-Verdaechtige Bilder: Circular Quai, Quai West. Von hier ist ebenfalls die Harbour Bridge und die Skyline wunderpraechtig bildfuellend zu geniessen. Ach ja, wir kamen sogar noch in den Genuss eines kurzen Feuerwerks, leider aber nicht direkt hinter der Opera.
Im Botanischen Garten sahen wir dann nebst viiiielen Pflanzen die tausenden von Flughunden in den Baeumen haengen, die wir bisher immer abends von unserem Balkon aus vorbeifliegen sahen.
Auch dem legendaeren Bondi Beach starteten wir einen Besuch ab à fuer einen Stadt-Strand wirklich nicht uebel, aber wer schon mal an der Gold Coast war, den hauts hier nicht vom Hocker… ;-)
 
Kings Cross ist da wo das beruehmte Cola Schild haengt, und damit ich das Teil auch beleuchtet fotografieren konnte, ueberbrueckten wir die Zeit bis zum einnachten in einem Lokal in Kings Cross (wer schon mal da war: in einem gaaaaaanz gewoehnlichen Lokal!!! ;-)  –> und fuer diejenigen, die noch nie da waren: dieses Quartier ist das Suendenbabel von Sydney… ;-) ).
Zum laedele ist die Stadt natuerlich absolut der Hammer, unendlich viele Sqares (= so was wie Shoppyland), von nicht so extrem teuer bis ganz enorm teuer findet man hier alles was das Herz begehrt (unser Gepaecklimit ist bereits erreicht, also hiess es „just have a look“ *hihi*).
Das Nachtleben kann sich hier sehen lassen, ab Freitag ist in unserer Strasse die Hoelle los. Jene Clubs und Bars buhlen um die Gunst der Gaeste, das Volk feiert das Weekend hier in vollen Zuegen. Ca. im 10 Minuten Rhythmus heulen Amulanzen durch die Gasse und pfluecken die Alkoholleichen von der Strasse.

Am 3. Mai haben wir dann Guenzes Geburi gefeiert, er bezeichnet sich nun als “old bag” (=alter Sack) *hihi*. Wir mussten ihn aufmuntern mit troestenden Worten wie “es gitt no aelteri Luet” oder ja itz bisch de wenigschtens scho bau so alt wi de usgsesch ;-)

Fazit: diese Stadt lebt, und hier passt nun auch der von den Aussies beliebte Ausspruch „very busy“ (=vielbeschaeftigt) genau hin.
Morgen werden wir den letzten Tag unserer Australienreise am Abend auf dem City Tower ausklingen lassen, dann geht’s ab nach Mauritius. Dort werden wir abheangen und anfangen, unser Abenteuer Australien zu verdauen, bevors am 9. Mai endgueltig in die Heimat zurueckgeht. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen mit allen, die unsere Reise mitverfolgt haben.