…to Birdsville

Tagesziel der ersten Etappe war Roma, unterwegs versuchten wir mehrfach, Futter fuer unser Znacht zu ergattern. Bis jetzt war das nie ein Problem, die Geschaefte hatten auf unserer bisherigen Reise am Sonntag immer offen…nicht so hier! (In Roma selber fanden wir aber dann doch noch ein Laedeli, dass sogar feine Rindsstaeaks verkaufte, unser „Happy Meal“ war gerettet, und Kuere gluecklich). Uebrigens fuehlte sich Kuere hier sehr wohl, die Gegend hier sah aus wie das grosse Moos bei uns im Seeland, nur viel groesser. Ist eh so, hier ist alles viiiel grösser… In Roma wurde vor 170 Jahren Gas gefunden  per Zufall, eigentlich hat man nur nach Wasser gesucht, und auch gefunden. Ein dummer Zufall wollte, das Feuer dazukam, und die ganze Anlage flog in die Luft… Das ganze wurde uns in einer fantasievollen Show beim „Big Rig“ erklaert… war amuesant ;-) Am naechsten Tag gings nach Charleville, kurze Etappe wir mussten aber noch Fressalien organisieren fuer die naechsten zwei Wochen in der Wueste, und diese dann in unserem Einfamilienhaus verstauen, so, dass man auch noch irgendwo schlafen kann. Eine Herausforderung, aber Organisation ist ja bekanntlich das halbe Leben. In Charleville wollten wir am Abend im Cosmos Center and Observatory mal durch die grossen Teleskope in den Nachthimmel gucken “for observe the deep craters from the moon, the coloured stars and a deep space viewing, over 15’000 light years away. Wurde leider nichts draus, der Himmel hing voller Wolken… schade, aber man kann nicht alles haben (warum eigentlich nicht??? *hihi* ). Nächste Station war Windorah, die zweite Haelfte der Strecke war nun wirklich Outback. Die Strasse nur noch einspurig, zum kreuzen musste nun immer ein Wagen in den Schotter ausweichen. War aber nicht weiter schlimm, auf den 240 km kreuzten wir gerade mal 3 Autos… In Windorah hats seit 7 Jahren nicht mehr geregnet…man nimmts hier easy, vielleicht regnets ja naechstes Jahr (Galgenhumor ist im Outback seeehr weit verbreitet). Hier hat mich aber dann auch fast der Schlag getroffen! Alle erzaehlen davon. Wir sind nun anderthalb Monate unterwegs, und ich dachte mir schon: ist eh nur ein joke, aber: es gibt sie  die gruenen Froesche in den WC-Schuesseln. Guenz erklaerte uns, dass man sehr schnell rausfindet, wo sich diese aufhalten. Man muesse nur warten, bis eine Frau aufs Klo geht, und wenn sie zwei Sekunden spaeter kreischend wieder rauskommt, dann sitzt so ein Frosch im Klo. Ich also rein, (meine Schlussfolgerung: hier hats seit 7 Jahren nicht geregnet, kein gutes Klima fuer Froesche), zuerst mal gestaunt, weil auf allen anderen Campingplatzen hatte es keine WC-Deckel  den Deckel aufgeklappt…und dann  gruener Flosch, der mich anglotzt  „iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh“ und spurt raus aus dem Showerblock. Kuere musste von da an in Windorah immer die Toilette checken, bevor ich mich reingetraute (war aber dann enttaeuschenderweise fuer Kuere nie mehr ein Frosch drin.) Hier hatten uns dann uebrigens auch die lieben Fliegen wieder eingeholt. Unglaublich, wie einem die Biester nerven können *hihi*. Wir holten freiwillig wieder die Tourinetze hervor… wer mags schon, wenn beim Apero mehr Fliegen als Salznuessli im Mund landen ;-) (Essen mit Netz auf dem Kopf ist aber auch nicht so einfach, also gabs nur eins, warten bis die Sonne untergegangen ist, dann verschwinden die Plaggeister bis zum Sonnenaufgang (sind aber dann sehr puenktlich wieder zurück!!!)… ach ja, nach Sonnenuntergang kommen dann die Muecken… aber wir haben ja Spray gekauft, und der muss auch mal zum Einsatz gelangen, also spruehten wir uns mit dem „Nervengas“ ein ;-) . Die naechste Etappe nach Birdsville war schon ziemlich ein Vorgeschmack auf „Desert“  Sandduenen, Buesche, Geroellfelder, sehr eindruecklich. Asphaltstrasse gibt’s hier nicht mehr. Entweder faehrt man auf Schotter, oder auf Sand, oder auf getrochnetem Lehm, zwischendurch sind dann Bulldust-Loecher auf der Piste. Autofahren ist sehr spannend: man muss so ca 80 km/h fahren, dann schuettelt es nicht so krass wegen dem Wellblech (sind Auswaschungen auf der Piste im Abstand von ca 20cm, etwa 10 cm tief), aber dabei muss man ein wachsames Auge auf die staubgefuellten Loecher (Bulldust) haben, den darin „schwimmt“ das Auto dann natuerlich bei dem Tempo. Recht frueh waren wir in Birdsville, dem Ausgangspunkt fuer unseren geplanten Wuestentripp. Obligte erste Handlung an jedem neuen Breakpoint unserer Reise: Auto tanken, Scheiben waschen und kurz checken (Reifen Oel und so) und dann den obligaten Smalltalk mit dem Tankstellenwart/in. Ueberall wird man gefragt: woher kommt ihr? wohin geht ihr? woher seid ihr?… selten kommt man unter einer halben Stunde wieder weg ;-) (uns wunderts nicht, Entfernung bis zur naechsten Siedlung ist oft mehrere 100km!) DANN DIE ERNUECHTERUNG! Die Hollaenderin an der Tankstelle hier war entsetzt, als wir ihr von unserem Vorhaben „Frenchline“ erzahlten. Dieses Jahr hat noch kein Auto diese Strecke geschafft, weder west-ostwaerts noch umgekehrt. Vor drei Tagen seien drei Toefffahrer angekommen, aber die waeren auf dem letzten Zacken durchgekommen (mehr als 50°C, und auch mit dem Motorrad kaum bezwingbare Duenen, meistens kaum erkennbarer Pfad). Sie riet uns, den Ranger aufzusuchen, der koenne uns weiter Infos geben. Beim Ranger dann weitere Badnews: er selber versuchte ueber die „Big Red“ (erste markante und sehr hohe Duene) etwa 150 km enfernt zum Poeppel Corner zu gelangen…auch er als erfahrener „Wuestenhund“ hat dabei seinen Wagen zweimal kopfvoran „in den Sand gesetzt“. Seine Begleiter konnten ihn wieder rauswinden. Er erklaerte uns: no way! AUS DER TRAUM! Er troestete uns aber mit dem Tipp, zur Big Red zu fahren (nur rauf und auf derselben Seite wieder runter!), das sei gefahrenlos moeglich, und dort sollen wir have a beer (or two). Taten wir dann auch, und sahen dann selber: no way out! Die Duenenrueckseite war 2m hoch praktisch senkrecht, und unser Auto kann wahrscheinlich keine Purzelbaume… *hihi* Nach einem Film- und Fotoshooting fuhren wir zurueck, um „neue Plaene zu schmieden.


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Der Beitrag wurde am 26. Mar. 2008 um 15:04 veröffentlicht und wurde in der Kategorie unterwegs... gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.