…Alice Springs und Off-Roaden

Den Tag starteten wir mit dem Besuch des Desert-Parks in Alice, war sehr interessant. Eindruecklicher Film ueber die Entstehung des Red Centers, gut dokumentierte Infos ueber die hiesige Vegetation und eine umwerfende Raubvogleschau rundeten diesen Besuch ab. Fragen beantwortet uns ein kompetenter Parkwaerter in „buendner duetsch“ ;-) Park sehr empfehlenswert!

Weiter gings zum RFDS (Royal Flying Doctor Services). Die “Show” hier war eher magen und 0815, die Institution selber ist aber genial -> eigentlich analog REGA, jedoch wie alles in Down Under viiiiel grosser. Rein im Stuetzpunkt Alice sind 3 Flieger (Schweizer Pilatus P12!!!), 6Piloten, 5 Aerzte und 8 Krankenschwestern (oder Brueder) im Einsatz. Die RFDS wird staatlich unterstuetzt, jedoch der groesste Teil der Finanzierung geschieht via Spendegelder durch Australier und Touristen. In jedem Pub steht eine Sparbuechse (manchmal, besonders im Outback, ein BH der an der Wand/Decke haengt) wo die Gaeste ihr Retour-Muenz reinwerfen koennen. Und das tun sie auch!

Fuer die naechsten paar Tage war nun wieder Bush und Off-Roaden angesagt.
Via Ross HWY besuchten wir die Emily und Jessie Gap, zwei Schluchten in denen Aborigines Felszeichnungen zu besichtigen sind. In der N’Dahla Gorge Nature Park sind die Zeichnungen dann in den Fels geritzt/gemeisselt. Interpretation der Bilder ist jedem Besucher selbst ueberlassen, da die Aborigines dieses Wissen fuer sich behalten… (ist auch gut so, denn wir haetten diese Droge eh nicht bekommen, um diese Traumzeit-Flash’s zu erhalten *hihi*)
Von hier an ging’s dann wahrhaft ueber Stock und Stein weiter in die Ruby Gap Gorge. Die 32km lange Fahrt dahin dauerte doch sage und schreibe 3 Stunden und strapaziert sowohl unseren „Goeppel“ wie auch den Fahrer (nachtraeglich erfuhren wir dann, das diese Strecke mit Stufe 5, extrem, klassiert ist!). Wer diese Strecke auch mal unter die Raeder nehmen will, ist gut beraten sich an die „Vorschrift“, sich in Arltunga ab- und wieder zurueck zu melden, zu halten! Eine Panne kann Lebensgefaehrlich sein, da die Strecke extrem selten befahren wird. Die muehvolle Fahrt hat sich sehr gelohnt, es praesentierte sich uns eine traumhaft schoene Schlucht. Das ganz Flussbett (trocken) schimmert dunkelrot, beim genauen hinsehen entdeckt man dann weshalb das so ist: es liegen massenhaft Granate (Edelsteine) rum, leider aber nur in Sandkorngroesse… Ach ja, vor gut 100 Jahren als dieser Schatz hier entdeckt wurde, diese Steine als sehr wertvolle Rubine gehandelt, bis der Schwindel aufflog -> daher der Name Ruby Gap.
Zurueck in Arltunga, informierten wir uns beim oertlichen Ranger ueber unser geplante Weiterreise via Cattlewater Pass Richtung Gemtree. Kommentar des Rangers: oh it’s very easy, fuer die 60km muessten wir ca. eineinhalb Stunden rechnen. Gestuetzt auf dieser Info, machten wir uns um 15:30h auf den Weg, um noch bei Tageslicht unser naechstes „geplantes“ Camp zu erreichen (hier faengts bereits um 18:00h zu nachten). Doch bereits nach 5km standen wir wieder vor steilen Steinhaengen die wir erklimmen mussten, tiefsandigen Flusbetten die wir durchqueren mussten, gefolgt von ausgewaschenen Lehmpisten in denen unser USO bedenkliche Schraeglage bekam… nach 3 Stunden hatten wir 40km geschafft, es fing bereits an zu dunkeln.
Wir beschlossen ein spontanes „wildes“ Bush-Camp zu errichten, da solche Strecken ohne Tageslicht zu befahren ins Auge gehen koennen…
Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf die letzten 20km dieses Tracks, war aber nicht mehr so heavy. Ueber den Plenty HWY kamen wir auf „normalem“ Gravel zuegig bis nach Gemtree. In der Gegend hier werden auch viele Edelsteine gefunden, hauptsaechlich Zircons. Man bemerke: Zircon = Edelstein -> das bedeutet Reubis muessen dahin und auch suchen gehen! :-D
Im Gegensatz zu den Opalen werden die Zircone nur wenige Zentimeter unter der Erdoberflaeche gefunden, daher praesentierte sich uns das Fossiking Field eher unscheinbar. In den kleinen Erdhuegeln „nuschten“ wir nach den wertvollen Glitzersteinchen, welche moeglicherweise von den richtigen Minern uebersehen wurden (war legal, da wir ein Permit hatten). Die Ausbeute reichte dann aber doch nicht, um unsere Ferien ein paar Monate zu verlaengern. (-> Stefu, wie steht’s mit der Spendensammlung?? *hihi*)
Via Pinnacle Road fuhren wir dann wir dann weiter, wieder Richtung Alice. Man bemerke, Pinnacle da waren wir doch am Anfang unserer Reise schon… und tatsaechlich, hier hatte es auch wieder von diesen lustigen, senkrecht aufragenden Steingebilden, aber nur im Kleinformat und nicht aus Sandstein sondern aus Erz- und Quarzgestein, schoen und beeindruckend.
Nach einer weiteren Bushcamp-Nacht mit waermendem Lagerfeuer, fuhren wir am naechsten Tag zurueck nach Alice. Ein weiteres mal strapazierten wir das Abwasser von Alice, der Dreck von 3 Tagen musste runter (duschen, Waesche waschen und USO innenreinigen). Da unser Meetingpoint mit Guenz erst fuer den 7. oder 8. April geplant war, hatten wir nun noch einen freien Tag zum „vertroedeln“. Nach einem Stadtbummel und anschliessender Durstloeschaktion in einem Pub, genossen wir wieder mal die Zivilisation und das bunte Treiben um uns herum.

Wie’s der Zufall so wollte, war auch Guenz mit seiner Reiseroute einen Tag frueher dran und so kam es auf dem Campingplatz zu einem beidseitig ueberraschendem verfruehten Wiedersehen!!! Das Trion ist nun wieder komplett.
Gemeinsam haben wir den weiteren Reiseverlauf „z’Fade gschlage“. Muessen noch „Futter“ kaufen gehen fuer die naechsten Tage (7 Tagestrip Uluru, Kings-Canyon usw. ist angesagt, wir wollen unser Budget nicht unnoetig mit den Horrorpreisen im Outback fuer Food und Getraenke belasten) und anschliessend noch ein „Maffiatoertli“ einfresen.


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Der Beitrag wurde am 07. Apr. 2008 um 4:51 veröffentlicht und wurde in der Kategorie unterwegs... gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.