…Uluru

Die naechste Etappe fuehrte uns ueber 460km durchs Red Center, landschaftlich sehr schoen, aber so nach 200km „wow, schau mal die schoene Sandduene“ und „wow, schau mal die schoenen Baeume da“ konnte ich keine Bemerkung mehr machen, ohne mich zum x-ten Mal zu wiederholen ;-) .
Doch: was sind schon 460km, wenn man dann als Belohnung den Berg der Berge zu Gesicht bekommt? Kurz nachdem die Schreiberin einen ersten Blick auf den magischen Felsen erhaschen konnte, befahl sie „Foto-Stopp“. Die zwei Begleiter mussten ihr hinterher auf eine Duene hochkrackseln, um zu foetelen, obwohl sie ihr versicherten, dass der Uluru noch aus viel naeherer Naehe zu knipsen sei *hihi*.
Der Ayers Rock ist aber in der Tat ein umwerfender Anblick, irgendwie unwirklich, wie der Felsen dasteht… die Magie des Uluru hat uns in seinen Bann gezogen.
Puenktlich zum Sonnenuntergang standen wir dann um 17:45 Uhr mit 100ten von anderen Touris am Sunset Viewing Point, um den heiligen Berg im Abendlicht zu knipsen. Als die Sonne dann langsam verschwinden wollte, schoben sich dicke Wolken vor diese…irgendwie waere sunset anders :-D . Dennoch knipsten wir wie die Wilden.
1985  wurde fuer all die Ayers Rock-Touristen ein Ressort gebaut: Yulara. Da weit und breit kein anderer Campingplatz ist, bezogen wir unser Nachtlager auf dem 4-Stern Campground im Ressort (stellten aber dann fest, dass hier die Sterne wahrscheinlich im Lotto gewonnen wurden… ;-) ).
Am naechsten Morgen machten mir uns auf den Weg zu Kata Tjuta (Olgas), montierten die Wanderschuhe und wanderten den „Valley of the Wind“ Track (7,4km à fuer Australier mit 4 Stunden angegeben, aber wir topp-fitte Schweizer schafften das fast in der halben Zeit *hihi*). War wunderschoen, um die Bergkoepfe rum und durch die Schluchten zu wandern. 
Am Nachmittag starteten wir dann zur Umrundung des Uluru, weitere 10 km „per pedes“, das Ganze bei etwa 38°C im Schatten à aber wir wanderten an der Sonne! (Mensch, wir sind wirklich hart im nehmen!!! ;-) )
Auch diese Wanderung hat sich sehr gelohnt. Wir erhielten einen hautnahen Eindruck von der Groesse des heiligen Berges (Kuere z.B. in Form einer wunderschoenen Blase am Fussballen, diese fing aber bereits bei den Olgas an zu gedeihen…).
Am Abend starteten wir den zweiten Versuch mit „sunset am Uluru“ und diesmal wars dann traumhaft schoen! Ein unvergesslicher Moment, wie sich die Farbe des Ayers Rock und des Himmels aendert… magisch, fesselnd, unvergleichlich.
Bevor wir am naechsten Tag Richtung Kings Canyon weiterfuhren, statteten wir „dem Berg“ einen Abschiedsbesuch ab. Recht frueh waren wir bereits im Kings Canyon Ressort, es war wieder sehr heiss, und so hingen wir den Rest des Tages im/am Pool auf dem Campingplatz ab. Wie schon beim Ayers Rock schlichen auch hier immer wieder Dingos auf der Suche nach was Fressbarem ueber den Platz.
Am Tag darauf schnuerten wir wieder die Wanderschuhe, um den 6km Kings Canyon Walk unter die Fuesse zu nehmen. Nachdem wir die Warnschilder studiert haben (à tragen Sie robustes Schuhwerk und einen Hut –[komischerweise muss man da keine weiteren Kleider tragen, hat uns etwas irritiert *totlach*] - und nehmen Sie 2 Liter Wasser mit, ueberlegen Sie, ob die Wanderung mit Ihrer Gesundheit und Fitness zu vereinbaren ist) entschieden wir: wir koennens wagen ;-) . Nach einem recht steilen Aufstieg standen wir auf dem Hochplateau des Kings Canyon. Unbeschreiblich, der Ausblick der sich uns bot! Schroffe Felstuerme auf dem Plateau, senkrecht, wie von Messer geschnittene Felswaende, ueber die man 400m in die Tiefe gucken konnte, dann wieder eine malerische Schlucht mit einem See, mit Palmen… wahnsinn!
Sogar Kuere, nicht der ausgesprochene Wandersmann, war begeistert: zwar ein weiterer Berg, aber mit nichts vergleichbar, wie auch Kata Tjuta und Uluru.
Nun sind wir in Hermansburg.
Die geplante Route ueber den Mereenie-Loop konnte Guenz nicht fahren, er erhielt kein Permit fuer diese Strasse, sein Auto sei nicht geeignet. Wir entschieden dann, dass Guenz ueber Alice Springs nach Hermansburg kommt, und wir mit unserem „Chare“ direkt dahinfahren (Verbot fuer Guenz war absolut laecherlich, die Strecke war total normale unsealed Road, wie hundert andere auch in Australien…aber was solls ;-) ).
In Hermansburg, eine ausgesprochene Aboriginal-Siedlung, stach uns dann ploetzlich ein Warnschild ins Auge: Alkoholverbot, auch das Mitfuehren im Auto wird mit Busse oder Gefaengnis bestraft (1000 AUD oder 6 Monate Kiste)… Ups, wir hatten Bier, Wein und Bundaberg dabei…  ok, dachten wir, dann gehen wir mal auf den Polizeiposten und fragen, wie wir das Problem loesen koennen. Dort war aber keine Menschenseele anzutreffen… also gingen wir zum Campground zurueck, um mal zu ueberlegen, was wir nun tun sollen. Hier trafen wir auf eine Weisse, die uns erklaerte, dass wir hier in einem geschuetzten Areal sind, und wir „versteckt“ ein Bierchen trinken koennen. Und morgen, wenn wir aus dem Areal fahren, sollen wir dem Schroter dann allenfalls sagen, wir seien nur auf der Durchreise…. Im Weiteren erklaerte sie uns, wir sollen nicht zu nah am Zaun campen, die Aebis werfen Steine rein…Zaun??? Hmm..tatsaechlich, ein mannshoher Zaun mit 3 Stufen Stacheldraht umgibt das Camp! Also irgendwie haben wir schon gemuetlicher gecampt! *grins*.
Um 17:00 Uhr traf dann auch Guenz ein. Freudestrahlend stieg er aus seinem Auto und teilte uns mit: „ i ha de in Alice Springs no grad es Gascho Bier (= 30 weitere verbotene Cans) gkouft!“
Falls ihr nun nichts mehr von uns hoert, sitzen wir in Hermansburg im Knast und warten auf ein Fresspaeckli von euch *totlach*.
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…wir haben die Nacht heil ueberstanden in unserer Festung à es wirft aber schon Fragen auf à weshalb muessen sich die Touris hier in einem mit Stacheldraht umzaeumten „Zoo“verbarrikadieren, „zmitts“ in einer Aboriginal-Siedlung? Und weshalb ist der Platz in keinem Campingfuehrer aufgelistet?
Den Ausflug ins traumhaft schoene Palm Valley konnte Guenz nur halbherzig geniessen. Da die Zufahrt „only 4WD war, mussten wir seinen Combo in Hermannsburg zuruecklassen.
Das Valley machte seinem Namen alle Ehre, dem ganzen Flussbett entlang standen zum Teil 30m hohe Palmen, eine Spezies, die es nur noch in diesem Tal gibt, mit roten Blattstielen. Daie Palmen sehen im Jungstadium fast aus wie Rhabarberstoecke. Durchgeschuettelt nach einer wilden Flussbett-Strecke trafen wir wieder in Hermannsburg ein, und Guenz konnte sein Auto „unangetastet“ wieder in Empfang nehmen. Bereits nach ein paar Kilometern gab er uns dann aber unmissverstaendliche „I have a Problem“-Zeichen, und in der Tat, sein Zugzeil der Handbremse war gerissen. Das lose Stueck schleifte am Boden und schlug waehrend dem fahren immer wieder ans Hinterrad. Kuere holte sein First-Aid-Auto-Kit hervor und fixierte das herunterhangende Teil, es war aber klar, dass Guenz die Bremse in Alice reparieren lassen musste. Also beschlossenwir, noch am selben Tag durch die West Mac Donnell Ranges nach Alice zurueckzufahren. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher zur Glen Helen Gorge…eine weitere Schlucht, aber zumindest fuehrte uns dieser Spaziergang zu einer schoenen Felslagune.
Am Tag darauf brachte Guenz seinen Wagen ins Garage und wollte dann noch ein bisschen Seightseeing in Alice machen. (à Mangels Bremskabel wurde die Bremse aber dann doch nicht geflickt, der garagier meinte, es ginge auch ohne… ;-) )
Wir fuhren nochmals zurueck in die West Mac Donnell Ranges um uns weitere Highlights anzusehen.
Simpson Gap, die groesste der Schluchten in dem Gebiet leuchtete in der Morgensonne wunderschoen orange. Der Schoepfungsgeschichte der Arrente-Aborigines zufolge entstand dieser felseinschnitt , als sich eine Regenbogenschlange auf ihrer Traumzeitwnderung den Weg durch die Gebirgsbarriere bahnte.
Danach suchten wir die Schlucht Standley Chasm auf… und staunten nicht schlecht, das hier fuer die Besichtigung 8$/Person verlangt wurde (war  zwar schon schoen, aber wir haben schon Schoeneres billiger gesehen *hihi*)


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Der Beitrag wurde am 14. Apr. 2008 um 9:33 veröffentlicht und wurde in der Kategorie unterwegs... gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.