Von Carnarvon nach Broome

Hauptattraktion in Carnarvon sind die speziellen, kleinen, superfeinen Bananen. Logisch, das wir uns so ne Plantage anschauen gehen wollten. Auf der Zufahrt zu den „Bananenwäldern“ sahen wir dann die Schäden, die ein Cyclone Weinachten 2010 hier angerichtet hat. Einige Plantagen wurden hier regelrecht weggeschwemmt, und statt Strassen klafften metertiefe Gräben…
Heute gabs nirgends eine Plantagenführung à leider hat das die nette Dame von der Touristinformation nicht gewusst – sie schickt uns die etwa 20km raus in  den Busch. ;-)

Wir fuhren dann im gestreckten Galopp nach Coral Bay. Das Dörfli entpuppte sich als sehr übersichtlich. Bei den Campsites konnten wir uns zwischen „Camp 1“ und „Camp 2“ entscheiden. Wir entschieden uns für die 2, et voilà, es  war preismässig voll die Luxusvariante (44$/Nacht, normalerweise bezahlen wir um die 32$ für vergleichbare Plätze).  Hier hatten wir aber Seaview, es war wirklich schön, und auch unsere Nachbaren hier waren cool.
Die Zeit in Coral Bay verbrachten wir mit schnorcheln im grandiosen Riff, etwa 50m von unserem Campingplatz entfernt, dann relaxen, wieder schnorcheln gehen, relaxen, etc….

Auch einer gecharteten Tour fuhr wir dann noch raus zum „grossen“ Ningaloo Reef, per Glasbodenboot. Was wir da zu sehen bekamen war für uns schlichtweg überwältigend. Zwischendurch gabs Schnorchelstopps, wir sahen sogar Turtles.

Die vielgerühmten Strände südlich von Exmouth waren nach Coral Bay fast enttäuschend. Die Riffs in Strandnähe waren ziemlich kaputt, Fische gabs nur vereinzelt. Infolgen starker Strömungen war Schnorcheln hier nicht ganz ungefährlich, also verliessen wir Turquoise Bay nach 2 Std. wieder. Exmouth selber: versucht krampfhaft „Highsociety“ anzuziehen, am Stadtrand sind immense Überbauungen im Gang. Wir fragen uns aber: wer ist das Zielpublikum…?

Um zum nächsten Ziel – Karijini Nationalpark – zu gelangen, mussten wir knapp 600km „abspulen“. Die dersten 350km waren voll boooring (=extrem langweilig ;-) ).  Mit 100km/h preschten wir über die Landstrasse,  ein Blick zum Fenster hinaus zeigte uns Bush, Bush, Bush, und zur Abwechslung: wieder Bush. Dann wurde es besser!  Nach einem recht hohen Crest (= Dünenhügel) konnten wir uns nun ab Bergen in Form von Steinhaufen, Mini-Ayers Rock bis hin zu massiven Erzgebirgen erfreuen. Die ganze Gegend leuchtete im starken Sonnenlicht dunkelrot bis schwarz (es war hier über 40 Grad!). Fantastisch!
Ausgangspunkt zum Karijini NP ist Tom Price, eine typische Minerstadt, erst 1962 aus dem Boden gestampft worden. Die ganze Stadt ist mit einer rostroten Staubschicht überzogen. Alles riecht hier nach Eisen. Tom Price ist eines der Hauptzentren vom Eisenabbaugebiet von Westaustralien. Leider konnten wir aber nicht an einer Minentour teilnehmen – zuwenig Interessenten. Also machten wir uns auf zum NP.
Hamersley Gorge: wirklich schön, der Pool in der Schlucht war herrlich zum Baden, Wasser schätzungsweise 28 Grad warm.
Dales Gorge: interessantes Schluchtenlabyrinth, recht weitläufig mit steilen ab- und aufstiegen. Hier rochen die Pools zum Teil nicht gerade vorteilshaft (moder, Baldrian und so ähnlich). Anscheinend störten sich aber die 1000en von Fliegen, welche uns auf unserer Wanderung begleiteten, nicht daran. Küre genoss zum Abschluss ein Bad im Circular Pool, der war zwar nur noch so um die 20°C, Luft immer noch um 38°C =für mich zuuuu erfrischend… ;-) .

Je weiter nördlich wir kamen, umso öfter hörten wir nun Gerüchte, dass ab Broome ALLE Strassen zur Weiterfahrt gesperrt seien. Man sprach nicht von Tagen, sondern von Wochen… Niemand wusste aber genaues, wir vermuteten, dass dies absolut dramatisiert wurde und fuhren weiter – nordwärts – nächstes Ziel war Port Hedland.  Das erste, was wir hier in dieser Stadt sahen, war ein extreeeeeem lander Zug. Fasziniert zählten wir die Wagen und Looks. Es waren etwa 350 Wagons und 6 Loks, wir schätzen die Komposition auf knapp 4km…Wahnsinn!
Im Visitorcenter erfuhren wir dann, dass sogar Eisenbahnen bis zu 7,3km lang unterwegs sind, die Iron Ore (Eisenrohstoff) von Newman nach Port Hedland transportieren. In der Stadt selber waren fast alle Leute (ausser Aboriginals) gleich gekleidet: dunkelblaue Hose und leuchtorangefarbener Kittel mit zwei Reflektorstreifen, scheinbar arbeiten hier alle in irgendeiner Weise für BHP Billiton.  Diese Kompanie ist zuständig für den Abbau und Transport des kostbaren Rohstoffs.

Nächster Stopp war der Eigthy Mile Beach. Obwohl es ziemlich stark bewölkt war, spürten wir hier am wirklich wunderschönen Strand das tropische Klima… auch beim gemütlichen Strandspaziergang und Muscheln suchen floss uns der Schweiss aus allen Poren. Da kein Mensch am Baden war und das Wasser sehr trüb war, liessen wir ein Bad im Meer sein – gar nicht so schlechte Idee. Ein Fischer, der etwas später am Strand auftauchte, erzählte uns, dass es hier von Haien nur so wimmelt. Kurze Zeit später hatte er – zum Beweis – einen Flatnose-Shark (harmlos) an der Angel.

Auf der Weiterreise nach Broome machten wir beim Sandfire Roadhouse stopp. Bei den x100km langen Strecken in Australien ist es üblich, bei den Roadhouses anzuhalten. Entweder um zu tanken, oder ein kühles nichtalkoholisches Getränk zu konsumieren, und sich mit anderen Reisenden auszutauschen. Beim Sandfire Roadhouse trafen wir zwei Reiseleiter von Broome, die im Süden Touris abholen wollten. Sie erklärten uns, dass Broome definitiv unsere letzte Station im Norden sei. Alles zu Richtung Westen! Überflutet, wie letztmals vor 30 Jahren, Brücken über den Fitzeroy-Rivere weg, es gibt KEINE Möglichkeit, um weiterzukommen. Auch sie sprechen von mehreren Wochen, bis die Strecke wieder passierbar ist.
Hmmmmm – wir stecken also in einer Sackgasse… ok, aber Broome wollen wir sehen.
Beim plaudern mit den beiden Männern wurden wir regelrecht von Mücken angegriffen (eine Folge der aussergewöhnlichen Wetterlage). Mittlerweilen habe ich mehr als 100 Mückenstiche, Küre reagiert zum Glück nicht so empfindlich. Das blöde ist hier, dass die Viecher das Ross River Virus übertragen können… hoffen wir, dass uns nur „saubere Biester“ gestochen haben. ;-)

In Broome selber sahen wirs dann mit eigenen Augen auf der grossen Tafel: Road Conditions für die Weiterfahrt: alles CLOSED.
Auch der nette Herr bei der Touristinformation konnte uns keine besseren News geben. Die nächsten 3 Wochen keine Möglichkeit, nach Westen zu kommen… das ganze Gebiet geflutet, Brücken weg. Seine Empfehlung: fahrt runter nach Perth und geht über den Nullarbor.

Schock! Das sind etwa 3000 km Umweg. Nun heisst es erstmal studieren. Guter Rat ist teuer… fast so teuer wie das Bier hier! J

3 Kommentare

  1. Hi Thesi + Kurt
    War wieder sehr interessant, die News zu lesen.
    Thesi, punkto Mückenstiche leide ich in Gedanken mit dir! … und einfach NICHT kratzen…
    Und was der weitere Verlauf euerer Reise angeht, wie sagt man so schön, “es führen viele Wege nach Rom oder eben Yulara…..
    Geniesst weiterhin den arbeitsfreien Alltag (neid, neid…) und Gruss
    Günz

  2. Hallo dir Zwöi
    Schön vo öich wider e mau chönne z’läse was uföiem Kontinänt so aues z’erläbe u z’gseh isch.
    Auso uf die Temperature bi nig de schon nid nidisch, aber aus angere ….
    Klever (aber unschön) das Ändi vo däm Bricht, genau wi ire Seriesändig. Uf eme ne Interesannte Schtand ufhöre, dass me de ja dr nächst Bricht chum cha erwarte u me gschpannt isch wis witergeit.
    He witerhin ganz e gueti Fahrt.
    Gruess Tom

  3. Hoi dir zwöi
    Thesi, ume sehr inträssante Bricht. So schad, dass es geng no nid besser isch mit däm Wasser u dir nid düre chömet. Mir si ja im Jan. nume bis Karratha cho u i ha scho dänkt dass es für öich de wird ga zum düre cho. Mir hei scho vorhär mau vo Meekatharra här nach fasch 400km vor em Gascoyne River müesse umchere, si dert vom Wasser fasch ganz igschlosse gsy u weder vorwärts no links oder rächts wyter cho. Aber äbe, das isch haut eifach d Natur u da cha me nüt mache. 1000 Müggelistiche hani ou no guet i Erinnerig :-( ….. vorauem im Millstream NP hets so chlyni bluetrünschtegi Viecher gha wo sogar dür ds Müggelinetz vom Chare düre gschlöffe sy. Häb düre u tue chly mit Schnaps abchüehle u desinfiziere :-) . Gniessets wyterhin u häbet eifach Sorg zu euch. Ganz liebi Grüssli Heidi u Ray.

    am 27. 03. 2011 um 12:50 Uhr von Heidi Fankhauser

Der Beitrag wurde am 18. März 2011 um 14:38 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Allgemein gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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